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Gegenwartsbezug und Wandel des Gedenkens

Wir müssen über Auschwitz sprechen und über die Verantwortung, die wir als Konsequenz und Lehre aus dem Geschehenen tragen, jede Generation neu. Sie ist eng verknüpft mit der Verpflichtung, die Würde des Menschen und seine unveräußerlichen Rechte zu achten, sie zu schützen und zu verteidigen. Keinen Raum mehr dafür zu lassen, andere Menschen zu stigmatisieren, auszugrenzen, zu verfolgen.“

So fasste Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble den gegenwartsbezogenen Auftrag des Gedenktages im Rahmen der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag 2020 zusammen. Ihre Gestaltung selbst ist ein Beispiel für diesen Gegenwartsbezug: Im Rahmenprogramm kommen junge Menschen in einer Internationalen Jugendbegegnung zusammen, in Podiumsdiskussionen und Ausstellungen werden die historische Fragen in eine breitere Öffentlichkeit getragen. Neben Ansprachen von staatlichen Repräsentanten aus dem In- und Ausland prägen die Gedenkbeiträge von Zeitzeugen und ihren Angehörigen diese Veranstaltung.

2011 sprach mit dem Holocaust-Überlebenden Zoni Weisz erstmals ein Vertreter der Sinti und Roma vor dem Bundestag; 2014 standen die Blockade von Leningrad und die Opfer der NS-Aushungerungspolitik im Mittelpunkt; 2017 erzählten Nachkommen von ihren Angehörigen, die aufgrund einer Behinderung im Nationalsozialismus ermordet worden waren. Damit lag jeweils bewusst der Fokus auf lange marginalisierten NS-Opfergruppen, die oftmals heute noch gesellschaftliche Diskriminierung erfahren.

Und auch viele Seiten der Entrechtung und Vernichtung der europäischen Juden sind bis heute zu wenig bekannt. So wies die Auschwitz-Überlebende und Schriftstellerin Ruth Klüger 2014 auf die systematische Ausbeutung durch Zwangsarbeit und das tabuisierte Schicksal von Frauen in der KZ-Haft hin, die zur Prostitution gezwungen worden waren.

Obgleich es mit jedem Jahr weniger werden, auch heute noch berichten hochbetagte NS-Überlebende auf Gedenkveranstaltungen oder vor Schulklassen von ihren Erfahrungen. Zugleich kommen nun stärker Zeitzeugen der zweiten Generation zu Wort, die als Kinder die NS-Zeit überlebten oder als Nachgeborene von den traumatischen Folgen dieser Gewalterfahrung, aber auch der Kraft des Weiterlebens in ihren Familien erzählen.

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