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Volkstrauertag 2021

Der diesjährige Volkstrauertag fällt auf Sonntag, den 14. November. Um 13:30 Uhr wird wie jedes Jahr die Zentrale Gedenkstunde im Deutschen Bundestag stattfinden. Größere und kleinere Gedenkveranstaltungen sowie Bildungs- und Begegnungsprojekte finden bundesweit auf Kriegsgräberstätten und Gemeindefriedhöfen sowie an Denkmälern oder im Rahmen von Gedenkgottesdiensten statt. Auch weltweit gedenken Deutsche Botschaften und Auslandsgemeinschaften an diesem Tag gemeinsam mit ihren internationalen Partnern an die Kriegstoten und Opfer von Verbrechen gegen die Menschheit.
 
Die Zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag 2021 steht im Zeichen der Erinnerung an den besonders grausamen und verlustreichen Angriffs- und Vernichtungskrieg in Ost- und Südosteuropa, der vor 80 Jahren mit der Besetzung von Jugoslawien und Griechenland sowie dem Überfall auf die Sowjetunion begann. Der rücksichtslosen Kriegsführung folgte ein hartes Besatzungsregime mit dem massenhaften Tod von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern sowie von den Opfer der NS-Aushungerungsstrategie. Widerstand wurde erbarmungslos unterdrückt. Deutsche Vergeltungsmaßnahmen trafen in Osteuropa wie auf dem Balkan nicht nur Partisanengruppen, sondern oftmals auch völlig unbeteiligte Zivilisten. Im Zuge des deutschen Vormarsches weitete das NS-Regime die Verfolgung und Ermordung des europäischen Judentums und der Sinti und Roma aus.

Mit der Wende im deutsch-sowjetischen Krieg schlug diese erbarmungslose Kriegsführung gegen die deutschen Soldaten, aber auch gegen die deutschsprachigen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa zurück. In die Millionen gehen die Zahlen von Soldaten, die unter den verheerenden Umständen bei den Kämpfen oder in der anschließenden Kriegsgefangenschaft starben und von den Zivilisten, die flüchten mussten oder vertrieben wurden. Krieg, Vertreibungen und die Isolation im Zuge des Kalten Krieges bedeuteten auch eine tiefe Zäsur für die reiche wie wechselhafte Verflechtungsgeschichte unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Religionen in dieser Region, die gleichwohl in Teilen bis heute fortlebt.

Die Wunden dieser Gewalterfahrung, die durch die Spaltung im Kalten Krieg auf Jahrzehnte weitgehend unterdrückt blieben, währen bis heute noch fort. Zugleich haben sich jedoch im Zuge der Öffnung nach 1989 wieder viele vertrauensvolle Beziehungen vor allem auf der zivilgesellschaftlichen Ebene entwickelt. Gerade die wechselseitige Unterstützung bei der Kriegsgräberfürsorge war und ist hierbei ein wichtiges Feld der praktischen Zusammenarbeit und des gemeinsamen Gedenkens. So jähren sich 2021 die historischen Daten dieses Krieges, aber auch einige Einweihungstage der in den 1990er Jahren angelegten Kriegsgräberstätten.

Diese wechselhafte Beziehungsgeschichte soll im Programm mit Beiträgen verschiedener Generationen aus den Ländern sowie Beispielen aus der gemeinsamen Kriegsgräberfürsorge und Bildungsarbeit mit internationalen Partnern vor Ort abgebildet werden.

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